Trophäe

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Dermoplastik, um 1940; Großer Panda; Ailuropoda melanoleuca (David, 1869); Präparation Rowland Ward
Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Wer ist der erste am Drücker?

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Nachdem Armand David 1869 das erste Panda-Präparat nach Europa sandte, war im Westen das Interesse an diesem „Fabeltier“ geweckt. Für die Bären war die neue Aufmerksamkeit eher unerfreulich: Als exotisches Objekt der Begierde rücken sie ins Fadenkreuz reicher Großwildjäger. Ein regelrechter Wettkampf um den ersten von "Weißen" erlegten Panda nahm seinen Lauf. Die Amerikaner konnten ihn 1928 für sich entscheiden: Theodore und Kermit Roosevelt, Söhne des einstigen US-Präsidenten, waren die ersten Schützen. Der deutsche Ernst Schäfer zog drei Jahre später nach. Die Panda-Jagd war beliebt. 1935 schoss Brocklehurst das erste Tier für die Britische Krone. Präpariert von dem bekannten englischen Präparationsbetrieb Rowland Ward, war das Tier 1937 auf der Weltjagdausstellung in Berlin ausgestellt. Angetan von der Vorstellung, dieses stattliche Tier zu besitzen, setzten die Nationalsozialisten viel daran, es zu behalten. Ohne Erfolg: Der Panda ging zurück nach England. Rowland Ward stellte in den folgenden Jahren jedoch weitere Panda Schaupräparate her – nach dem genauen Abbild des Brocklehurst’schen Exemplars. Woher stammten all die Felle damals? Diese Frage gibt Historikern und Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf. Eines der Präparate wird in den Sammlungen des Museum für Naturkunde in Berlin verwahrt.

Tot oder doch lieber lebendig?

Zeitgleich mit den ersten Abschüssen erwachte auch der Ehrgeiz, das erste lebende Tier in den Westen zu bringen. Ruth Harkness, eine amerikanische Modeschöpferin, hatte den Wert der Pandas als exotische Zooattraktion erkannt. Nachdem ihr Mann bei einer Panda-Suchexpedition in China sein Leben gelassen hatte, zog sie auf eigene Faust los. 1936 kehrte sie als Heldin in die USA zurück: Auf ihrem Arm trug sie Su Lin, ein neun Monate altes Pandajungtier, für den Brookfield Zoo in Chicago.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. April 2015 um 11:30 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.