Sympathieträger

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Dermoplastik, ca. 1920; Großer Panda;
Ailuropoda melanoleuca (David, 1869);
Präparation Richard Lemm; Sammlung Fritz Weiss
Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Schau mir in die Augen, Kleines!

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Wer einen Großen Panda länger betrachtet, kann sich dem sympathischen Fellträger kaum entziehen. Keinem anderen Tier auf der Welt fliegen die Herzen in gleichem Maße zu. Das hat seinen Grund: der Panda bleibt auch als Erwachsener knuffig und putzig. Weshalb Bambusbären so grenzüberschreitend und einstimmig als positiv, nett und friedvoll empfunden werden, wurde in verschiedenen Studien analysiert. Ein wichtiger Faktor ist das sogenannte „Kindchenschema“. Kindliche Proportionen, wie etwa großer Kopf, hohe Stirn und große Augen, wirken bei uns als Schlüsselreiz und lösen Fürsorge- und Kümmerungsverhalten, also positive Emotionen aus. Dazu kommen Verhaltensmuster, die von uns als menschlich empfunden werden und ein enorm hoher Wiedererkennungswert. Verlieren andere Tiere als „Jugendliche“ diese Reize, bleiben sie bei Pandas wegen Gesichtszeichnung, Schädelform und ihrer Behäbigkeit auch später noch erhalten.

Wegen dieser unschlagbaren Kombination ist der Große Panda ein idealer Werbeträger. Nahrungsmittel, Software, Fastfood Ketten, Fluglinien, Kleidungsstücke, Reinigungsdienste, Automobile – es ist unmöglich umfassend aufzuzählen, wo Pandas zu Marketingzwecken eingesetzt werden. Der Große Panda ist so positiv besetzt, dass das selbst vom Aussterben bedrohte Tier vom WWF – richtig, die Umweltschutzorganisation die den Panda im Logo trägt – für eine Kampagne eingesetzt wird, um gegen die Thunfischjagd zu protestieren.

Dabei sein ist alles

Neben dem Belgischen Ministerpräsidenten sind im Februar 2014 auch 100 Journalisten anwesend, als Hao Hao und Xing Hui in Brüssel landen und mit Polizeieskorte in den Tierpark in Bregellette gebracht werden. Mit den Bildern verkaufen sich Tageszeitungen wie nichts und heizen damit die allgemeine Begeisterung noch an. Der Tierpark ist am folgenden Tag ausverkauft. Keine einzige Eintrittskarte mehr zu haben! Und das, obwohl bekannt ist, dass die beiden Pandas erst für mehrere Wochen  in Quarantäne müssen, bevor sie zu sehen sein werden!





Diese Seite wurde zuletzt am 20. März 2015 um 12:17 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.