Sammlung

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Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Archive des Lebens

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Anfang des 20. Jahrhunderts waren große Teile der Erde für die westliche Welt noch wild und unerforscht. Um den enormen Wissensdurst zu stillen, wurden riesige naturkundliche Sammlungen angelegt – und werden selbst in unseren Tagen noch ausgebaut. Heute geschieht dies unter forschungsstrategischen Gesichtspunkten: welche Felder versprechen einen besonders großen Wissenszuwachs und welche Fragestellungen werden von den Wissenschaftlern bearbeitet. Vor hundert Jahren aber galt es vornehmlich, einen Überblick zu bekommen, zu katalogisieren und zu beschreiben. Geht es heute eher um das Schließen von Lücken, waren damals Masse und Exotik gefragt. Es war das goldene Zeitalter abenteuerlicher Expeditionen. Oft beauftragten Staatsoberhäupter ein Wissenschaftlerteam, fremde Länder zu bereisen – und Unmengen an Belegen zurück in die Heimat zu bringen.

In der Kaiserzeit war es aber auch für gebildete Laien nicht unüblich, durch eigene Privatsammlungen zum Ruhm und Wohle ihrer Nation – und der eigenen Reputation – beizutragen. Zu diesen Personen gehörte der Diplomat Fritz Weiss, der China bereiste, um neue Absatzgebiete und Rohstoffmärkte für die deutsche Industrie zu erschließen. Als leidenschaftlicher Naturforscher jagte und sammelte Weiss während seines Aufenthalts zoologische Artefakte und schickt sie nach Berlin: An das Museum für Naturkunde.

Der Wert der Felle

Max Friedrich „Fritz“ Weiss (1877-1953) schickt zwischen 1910 und 1914 auch Felle und Skelettreste des Großen Pandas an das Berliner Naturkundemuseum. Diese Bären hat er zwar nicht selbst erlegt, trotzdem sind sie die wertvollsten Stücke seiner Sammlung. Sie gehören zu den frühesten Nachweisen für Bambusbären, die in Deutschland ankamen und sind für Wissenschaftler extrem interessant. Heute gilt der Panda zwar als weitgehend erforscht, Felle haben aber trotzdem einen enormen Wert: Da selbst die sterblichen Überreste von Pandabären im Besitz der Volksrepublik China verbleiben und überführt werden müssen, kann man legal an kein neues Fell gelangen!





Diese Seite wurde zuletzt am 20. März 2015 um 12:14 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.