Präparation

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Links: Yan Yan; Großer Panda; Ailuropoda melanoleuca (David, 1869); Skelett; Präparation Ralf Bonke; rechts: Yan Yan; Dermoplastik; Präparation Detlev Matzke
Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Für immer schön

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Einem toten Säugetier zumindest optisch wieder Leben einzuhauchen, ist eine Kunst, auf die sich nur wenige verstehen. Rein technisch sind mehrere Schritte nötig, um aus den sterblichen Überresten ein lebensechtes Präparat zu erstellen: Das Fell muss abgezogen, von Fett befreit und gegerbt werden. Der Körper muss vermessen werden, um später einen passenden Kunstkörper für das Fell erstellen zu können. Das Fleisch muss von den Knochen gelöst, diese von kleinsten Geweberesten befreit und anschließend entfettet werden.  Danach wird die Haltung festgelegt und ein Modelliergerüst gebaut. An diesem Gerüst wird nun mit Ton der Körper Muskel für Muskel aufmodelliert. Das Tonmodell wird abgeformt und mit dieser Form ein leichter Hohlkörper aus Gips oder Kunststoff hergestellt. Er wird anschließend mit dem nassen Fell überzogen und dieses vernäht. Ganz zum Schluss bekommt das Präparat den letzten Schliff: Glasaugen werden eingesetzt, Fäden versteckt und Nase und Augen erhalten einen feuchten Schimmer.

Werden diese Schritte handwerklich korrekt ausgeführt, erhält man eine ordentliche Dermoplastik – Dermo = Haut, Plastik = das Geformte – der aber das gewisse Etwas fehlen kann. Ein guter Präparator verfügt daher neben seinen handwerklichen Fähigkeiten über ein tiefes Verständnis für die Besonderheiten der einzelnen Tierarten, die er in die Gestaltung des Präparates einfließen lässt. Wenn dies auch in wichtigen Nuancen gelingt, wirken die Tiere für Besucher auch in vielen Jahren noch wie in der Bewegung eingefroren: Für immer schön.

Die Haltung verrät das Alter

Vor dem Problem noch nie einen Panda gesehen zu haben, standen viele Präparatoren, die Anfang des 20. Jahrhunderts ein schwarz-weißes Fell aus China in den Händen hatten.  Ohne eine Vorstellung davon, wie die Tiere lebend aussehen oder wie sie sich typischerweise verhalten, wurden sie wie bekannte Braunbären behandelt und „laufend“ präpariert. Das änderte sich, las man Bambusbären in Zoos lebend beobachten konnte. Seither werden die Tiere meist typisch sitzend oder kletternd aufgestellt.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. April 2015 um 11:27 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.