Nachwuchs

Wechseln zu: Navigation, Suche
Jungtiere; Großer Panda; Ailuropoda melanoleuca (David, 1869);
Modell; Präparation Hildegard Enting; Leihgabe Naturmuseum Senckenberg
Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Raus in die Welt

Klein Nachwuchs.jpg

Sie sind pink, etwa hamstergroß und blind. Sieht man zum ersten Mal ein Pandajungtier ist man irgendwie irritiert: So hatte man sich das nicht vorgestellt. Gehört das nicht eher zurück in den Mutterleib als in einen Bambuswald? Kein so abwegiger Gedanke, denn bei der Geburt wiegt ein Panda lediglich 100 Gramm - rund ein Tausendstel des Gewichts seiner Mutter. Und das ist wenig. Beim Menschen entspräche das der Geburt eines 23 Wochen alten Fötus.  Als Panda erkennbar werden sie erst nach ein paar Wochen, wenn sich die schwarz-weiße Färbung herausbildet. Den ersten Bambus kauen sie nach ungefähr einem halben Jahr. Bis dahin muss die Mutter rund um die Uhr die Versorgung sicherstellen.

Wie bei einem menschlichen Frühchen sind auch beim Panda Nachwuchs die ersten Wochen besonders kritisch: Die winzigen Tiere können ihre Körpertemperatur nicht selbst regeln - manchmal werden die fragilen Sprösslinge sogar versehentlich von der Mutter erdrückt. Aber warum dann die Eile bei der Schwangerschaft? Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Strategie mit der Bambus-Diät der Bären zusammenhängt. Allein um ihren Energiebedarf decken zu können müssen Pandas rund um die Uhr Bambus fressen - größere Fettreserven, die für eine längere Schwangerschaft notwendig wären, können sie vermutlich schlichtweg nicht anlegen. Deshalb heißt es für den Nachwuchs schon früh: Ab, raus in die Welt.

Erfolgreiches Tripel

Der Panda geht in Sachen Nachwuchs lieber auf Nummer sicher und bekommt ihn häufig gleich im Doppelpack. Allerdings dient der eine Zwilling in freier Wildbahn als eine Art "Reserve" - Weibchen besitzen nur ausreichend Energie, um den kräftigsten Sprössling groß zu ziehen. In den chinesischen  Zuchtstationen sieht das anders aus: Hier wird alles daran gesetzt den gesamten Nachwuchs der bedrohten Tierart zu sichern. In Brutkästen gebettet werden die kleinen Tiere mit energiereicher Kost hochgepäppelt. Nach ersten Anfangsschwierigkeiten liegt die Überlebensrate heute bei 90%. In einem Zoo im Süden Chinas wurden im vergangenen Jahr erstmals sogar Drillinge aufgezogen.

,





Diese Seite wurde zuletzt am 13. April 2015 um 11:29 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.