Entdeckung

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Links: Dermoplastik, 1874; Großer Panda; Ailuropoda melanoleuca (David, 1869); Sammlung Armand David; Leihgabe Muséum National d’Histoire Naturelle Paris
Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Panda zum Tee

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Heute kennt den Großen Panda eigentlich jeder. Umso erstaunlicher, dass eines der auffälligsten Großtiere Chinas erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die westliche Wissenschaft entdeckt wurde. Es war der 11. März 1869, als der in Sichuan stationierte Lazaristen-Pater Armand David auf einer seiner naturkundlichen Sammlungstouren zum Tee bei einem einheimischen Großgrundbesitzer namens Li eingeladen war. In dessen Haus erblickte David erstmals eine ihm völlig unbekannte Bärenart: als schmucker Wandbehang zierte ein schwarz-weißes Fell das Haus des Gastgebers. Der begeisterte Naturforscher war gefesselt - solch ein auffälliges Fell hatte er noch nie gesehen! David beauftragte heimische Jäger, ihm einen solchen Bären zu bringen. Mit Erfolg: Im Laufe der nächsten Wochen kam David in den Besitz dreier Pandas, von denen er zwei sogar lebend beobachten konnte. Die Tiere präparierte er selbst in seinem kleinen Arbeitszimmer und schickte sie an das Naturkundemuseum in Paris. Seine Entdeckung war damals eine Sensation – es waren die ersten Pandas, die die westliche Wissenschaft zu Gesicht bekommen hatte und der Auftakt zu einem weltweiten Panda-Hype, der bis heute anhält.

Seltene Stücke

Père David, mit bürgerlichem Namen Jean Pierre Armand David (1826-1900), war  begeisterter Naturforscher und französischer Ordensbruder der Lazaristen. Ab 1866 unternimmt er ausgedehnte Forschungsreisen in das Innere von China und der Mongolei. Von seinen Reisen schickt er nicht nur einmal Bambusbärenfelle nach Paris: 1874, fünf Jahre nach der Entdeckung des Pandas, erreicht ein weiteres Fell das Naturkundemuseum. Vor Ort wird das Fell direkt nach der Ankunft als Dermoplastik hergerichtet und war lange Zeit als Schauobjekt in den Ausstellungen des Museums zu bewundern. Heute wird das wertvolle Stück auch aus konservatorischen Gründen die meiste Zeit ausschließlich in der Sammlung verwahrt – nur für kurze Zeit und in speziellen Klimavitrinen darf das fragile Objekt überhaupt noch gezeigt werden.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. April 2015 um 10:34 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.