Evolution

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Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Konvertierter Vegetarier

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Schaut man sich als Biologe den großen Panda an, kann man nur staunen und den Kopf schütteln. Er lebt als Einzelgänger mit extrem eingegrenztem Zeitfenster für eine erfolgreiche Paarung, bei der der Partner erst einmal gefunden werden muss. Er hat wenige Nachkommen, die am Anfang hilflos auf das Muttertier angewiesen sind. Er lebt nur in China und dort auch nur in einem eng eingegrenzten Bereich. Er hat sich als ursprünglicher Fleischfresser auf vegetarische Kost umgestellt. Und sich dann auch noch auf eine Pflanze spezialisiert, die unvorhersehbar nach der Blüte den Massentod stirbt. Weshalb ein Raubtier zum Pflanzenfresser wird, kann man sich mit einem an Beutetieren armen und deshalb mit hohem Beschaffungsaufwand verbundenen Lebensraum erklären. Aber wie kann das funktionieren? Pflanzliche Kost verlangt ein darauf abgestimmtes Verdauungssystem, Kühe besitzen etwa vier verschiedene Mägen um aus ihren Mahlzeiten ausreichend Energie zu gewinnen und ein Gebiss, welches erlaubt, die Halme und Blätter vorab gut zu zerkleinern. Pandas besitzen keines von beidem.

Das Geheimnis des Bambusbären liegt in seinen speziellen Darmbakterien, die erst kürzlich nachgewiesen werden konnten. Sie besitzen Zellulose abbauende Enzyme, die helfen, das schwerverdauliche Pflanzenmaterial zu verwerten. Die Nahrungsumstellung erfolgte vor etwa 8 Millionen Jahren bereits bei seinen Vorfahren und erklärt vermutlich auch die relative Behäbigkeit der Tiere: die besonders bevorzugten  Bambussprösslinge  enthalten hohe Mengen an Blausäureglycosid, ein Gift, welches den Energiestoffwechsel ausbremst.

Europäische Verwandtschaft

Der älteste Vorfahr des Großen Pandas ist Spanier. Im Nordosten des Landes entdeckten Paläontologen Überreste eines 11,6 Millionen Jahre alten Bären, der seine Ernährungsweise bereits von fleischlicher Kost umgestellt hatte. Kiefer und Zähne sind an die besonderen Belastungen angepasst, die beim Zerkauen pflanzlicher Nahrung entstehen.





Diese Seite wurde zuletzt am 20. März 2015 um 12:14 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.