Diplomatie

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Bao Bao; Großer Panda; Ailuropoda melanoleuca (David, 1869); Dermoplastik; Präparation Detlev Matzke
Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Politischer Botschafter

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Was haben Nikita Chruschtschow, Richard Nixon, Georges Pompidou, Kim Il-Sung und Helmut Schmidt gemeinsam? Allen wurden Große Pandas als Staatsgeschenke überreicht. In den Zoos von Moskau, Nordkorea, Washington, Paris und Berlin wurden die nur in China vorkommenden Tiere zu Publikumslieblingen. Die Praxis, die Popularität und das positive, friedliche Image des Bambusbären auch politisch zu nutzen, wird als Panda-Diplomatie bezeichnet. Zum ersten Mal wurde ein Panda-Paar um 700 n. Chr. verschenkt. Die Kaiserin Wu Zetian übergab die Tiere an ihren japanischen Amtskollegen.

Waren zunächst befreundete Länder Ziel der besonderen Gaben, versuchte China sich ab den frühen 70er Jahren auch den westlichen Ländern anzunähern. Von 1957 bis 1983 wurden 24 Pandas an 9 verschiedene Länder verschenkt. Zwei davon, Bao Bao und Tjen Tjen wurden von Bundeskanzler Helmut Schmidt in Berlin entgegen genommen.

In 2007 war das Ziel der Panda-Diplomatie eigentlich erreicht. Nicht zuletzt wegen seiner starken Wirtschaftskraft war China trotz der Probleme, die der Westen auch weiterhin mit seinen politischen Verhältnissen hat, anerkannt und respektiert. Seit dieser Zeit werden Pandas nicht mehr verschenkt, sondern nur noch verliehen.

Das abgelehnte Geschenk

Welches Gewicht ein solches Staatsgeschenk haben kann, zeigt sich am Beispiel von Taiwan. Als Zeichen der Annäherung sollten 2005 zwei Pandas übergeben werden, die auf die Namen Tuan Tuan und Yuan Yuan getauft waren, was zusammen „Vereinigung“ bedeutet. Das Präsent wurde aus politischen Gründen abgelehnt, die Bevölkerung hätte aber nichts gegen die putzigen Tierchen gehabt. Nach einem Präsidentenwechsel in Taiwan wurde die Sache daher pragmatischer behandelt: die Pandas kamen im Austausch gegen zwei nur auf Taiwan vorkommende Huftiere nach Taipeh.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. April 2015 um 11:28 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.