Bedrohung

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Dermoplastik, um 1940; Großer Panda; Ailuropoda melanoleuca (David, 1869); Präparation Rowland Ward
Foto: Hwa Ja Götz, Musem für Naturkunde Berlin

Unfreiwillige Inselbewohner

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Schießwütige Trophäensammler sind längst nicht mehr die größte Bedrohung für den Panda in freier Wildbahn. Es sind vielmehr die Folgen des Bevölkerungswachstums, die am Bestand der Bambusbären rütteln und Artenschützern Kopfschmerzen bereiten. Fragt man sich, was der Panda eigentlich zum Überleben braucht, ist die Antwort leicht zu finden: Bambus und andere Pandas. Damit ist der Arterhalt gesichert.

In den vergangenen Jahrzehnten hat jedoch die Abholzung von Bambuswäldern, Siedlungs- und Agrarbau zur Zerstörung eines Großteils ihres Lebensraums geführt. Straßen, Schienen und Felder zerschneiden heute den Panda-Lebensraum. Aus einstmals zusammenhängenden Gebieten sind 18 isolierte  „Waldinseln“ geworden. Und das hat Konsequenzen: Die Tiere können zur Paarungszeit nicht mehr wandern, die Panda-Populationen bleiben unter sich. Drohende Inzucht und ein mangelnder Austausch von Erbgut sind die Folgen. Dies kann die Pandas auf lange Sicht anfällig für spezielle Krankheiten machen. Ein Prozess, der einer Tierart im Laufe der Zeit zum Verhängnis werden kann. 

Zusammen mit dem WWF hat die chinesische Regierung mittlerweile Maßnahmen ergriffen: Wildtunnel werden errichtet, und Bambus-Korridore werden gepflanzt. Sie verbinden, wie eine Brücke zwischen zwei Inseln, die isolierten Gebiete. Für Artenschutzexperten höchste Zeit, denn der Panda steht längst auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Wenn der Bambus stirbt

Bedrohlich für die Pandas auf ihren Waldinseln ist auch ein ganz anderes Phänomen: Die Bambusblüte. Sie tritt je nach Art alle 60 bis 130 Jahre auf -  danach sterben die Pflanzen ab. Für den Bambusbären endet das mitunter fatal, wenn er zum Fressen nicht auf andere Gebiete ausweichen kann. Das belegt ein Beispiel aus den 1970er Jahren: Nach einer Bambusblüte  wurden insgesamt 138 Tiere verhungert aufgefunden.

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Diese Seite wurde zuletzt am 9. April 2015 um 11:31 Uhr geändert. Die Inhalte sind Veröffentlichungen des Museum für Naturkunde Berlin. Texte und Bilder sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zu den Urhebern der Bilder und/oder Medien können durch Anklicken dieser abgerufen werden. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.