Die SILK-Initiative

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Almut Siegel & Katrin Schöne, Team des Sicherheits-Leitfadens Kulturgut der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen

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Zusammenfassung

SiLK – SicherheitsLeitfaden Kulturgut

Im Rahmen ihres Projektes „Sicherheit und Katastrophenschutz für Museen, Archive und Bibliotheken“ hat die Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen KNK den SicherheitsLeitfaden Kulturgut SiLK erarbeitet. SiLK ist ein kostenfreies Online-Tool und ein umfassendes Informationsportal für Museen, Archive und Bibliotheken zu Fragen des Kulturgutschutzes.

Link zum SicherheitsLeitfaden Kulturgut: http://www.konferenz-kultur.de/SLF/index1.php

SiLK umfasst jedoch nicht nur die relevanten Themen der Museumssicherheit, wie beispielsweise Brand, Diebstahl oder Vandalismus, sondern auch sämtliche Aspekte der präventiven Konservierung, z. B. Klima, Schadstoffe, Schädlinge, Licht, und zielt damit auf einen ganzheitlichen Schutz der Kulturgüter.

Im SicherheitsLeitfaden Kulturgut können Sammlungseinrichtungen mit Hilfe von interaktiven Fragebögen eine Selbstevaluation durchführen und erhalten anschließend eine Auswertung mit Handlungsempfehlungen. Ergänzend stehen Fachinformationen sowie eine Datenbank (Wissenspool) mit weiterführenden Hinweisen, Dokumenten, Links und Literaturempfehlungen zur Verfügung. Die interaktiven Komponenten (Fragebogen mit Auswertung und Handlungsempfehlungen) ermöglichen dabei eine maßgeschneiderte Anwendung für den einzelnen Nutzer.

Ziel des SicherheitsLeitfadens ist es, mögliche Gefahren bewusst zu machen, Handlungsoptionen aufzuzeigen und damit die Sicherheit und den langfristigen Erhalt der Sammlungen, Bauwerke und Anlagen zu gewährleisten. Um dies zu erreichen, werden den Einrichtungen Fachwissen und Erfahrungen zugänglich gemacht, die eine grundsätzliche Sensibilisierung für Sicherheitsbelange in den Institutionen bewirken sollen. SiLK macht also die Risiken sichtbar, bleibt aber nicht dabei stehen, sondern empfiehlt gleichzeitig konkrete Maßnahmen und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Selbsthilfe

Um einen nachhaltigen Schutz aller Kulturgüter zu fördern, setzt SiLK auf das Prinzip „Prävention“, bei dem vorbeugende Maßnahmen im Zentrum stehen. Hierbei werden durch gezielte, oft kleine oder jedenfalls überschaubare Maßnahmen im Vorfeld, die großen Risiken beherrschbar gemacht. Somit können unwiederbringliche Verluste effektiv verhindert und hohe Investitionen für Wiederaufbau und Restaurierung vermieden werden. Prävention ist damit die wirtschaftlichste und schonendste Methode im Kulturgutschutz. Der SicherheitsLeitfaden Kulturgut leistet einen wesentlichen Beitrag zum Substanzschutz im Kulturgutschutz, wie er z. B. im Bericht der Bundesregierung zum Kulturgutschutz in Deutschland 2013 gefordert wird.

Link zum Bericht der Bundesregierung zum Kulturgutschutz in Deutschland 2013 http://www.bundesregierung.de/Content/Infomaterial/BPA/BKM/2013-08-12--bericht-kulturgutschutz.html

Dieses Sicherheitsprojekt der KNK konnte durch die langjährige Förderung durch den/die Bundesbeauftragte/n für Kultur und Medien verwirklicht werden.

SiLK wurde von einem interdisziplinären Projektteam unter der Leitung von Almut Siegel, Alke Dohrmann und Katrin Schöne konzipiert und erarbeitet. Der SicherheitsLeitfaden ist seit April 2010 im Internet kostenfrei und ohne Registrierung zugänglich. SiLK ist ein Angebot für alle Sammlungseinrichtungen im deutschsprachigen Raum, unabhängig von ihrer Größe und der Art der Sammlung, spricht dabei aber besonders kleine und mittlere Einrichtungen ohne spezialisierte Mitarbeiter an. Wir haben inzwischen sehr viele positive Rückmeldungen auf SiLK erhalten. Er wird als nutzerfreundlich beschrieben. Auch Planungsbüros und Beratungseinrichtungen nutzen dieses Angebot.

Die Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK)

Die Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen – kurz KNK – wurde am 1. März 2002 auf Initiative des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gegründet und ist ein Zusammenschluss von derzeit 23 Kultureinrichtungen in Ostdeutschland, die als gesamtstaatlich bedeutend evaluiert wurden, z. B. die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten mit dem Schloss Sanssouci, das Ozeaneum in Stralsund, die Wartburg in Eisenach, die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden oder das Bauhaus in Dessau.

Link zur Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen: http://www.konferenz-kultur.de/

Ziel ist die Vernetzung und Umsetzung gemeinsamer Projekte auf Grundlage der Förderung durch die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien (BKM). Die KNK beschäftigt sich inzwischen seit mehr als zehn Jahren intensiv mit den Themen Sicherheit und Katastrophenschutz für Museen, Archive und Bibliotheken. Hintergrund sind die massiven Schäden und Verluste durch das Elbehochwasser im Jahr 2002 sowie den Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004. Weil in beiden Fällen KNK-Einrichtungen betroffen waren, wurde 2006 das Projekt Sicherheit und Katastrophenschutz für Museen, Archive und Bibliotheken initiiert. In diesem Rahmen wurden bislang drei international besetzte Tagungen veranstaltet (2006 in Leipzig, 2009 in Stralsund, 2012 in Berlin).

Link zum Download: http://www.konferenz-kultur.de/projekte/sicherheitsleitfaden-kulturgut.php

Außerdem fanden zahlreiche Workshops und Fachgespräche statt sowie eine Umfrage in den KNK-Einrichtungen. Bei allen Aktivitäten wurde deutlich, dass ein großer Wunsch nach Hilfestellung und fachlichem Austausch besteht, außerdem zeigte sich ein Bedarf nach Informationsmaterialien wie Checklisten und Handreichungen für den praktischen Gebrauch. Daher publizierte die KNK bereits 2006 eine erste Version eines Handlungsleitfadens in gedruckter Form. Daraus entwickelte sich die Idee zu einem digitalen Handlungsleitfaden mit dem Ziel, dieses komplexe Themengebiet nutzerfreundlich und leicht verständlich zugänglich zu machen. Die digitale Umsetzung ermöglicht vielfältige Verlinkungen und Vernetzungen innerhalb einer komplexen Struktur. Dazu können interaktive Komponenten wie die Online-Fragebögen zur Selbstevaluation integriert werden. Außerdem kann das Angebot jederzeit erweitert, aktualisiert und optimiert werden.

Aufbau und Funktionsweise von SiLK

Der digitale Handlungsleitfaden beinhaltet interaktive Fragebögen, Texte und eine Materialsammlung. SiLK ist in folgende 14 Themenkapitel aufgeteilt, die jeweils von einem oder mehreren Fachautoren in Zusammenarbeit mit dem Redaktionsteam verfasst wurden: Abnutzung Allgemeines Sicherheitsmanagement Brand Diebstahl Erdbeben Flut Gewalttaten Havarien / Unfälle Klima Licht Schadstoffe Schädlinge / Schimmel Unwetter Vandalismus

Jedes dieser Themen ist in drei Teile untergliedert: Eine Einführung, ein Fragebogen und eine Materialsammlung mit weiterführenden Informationen, der sogenannte „Wissenspool”. Kernstück von SiLK sind die interaktiven Fragebögen, die nach dem Ampelprinzip funktionieren: Je nach Antwort erfolgt die Bewertung in den Farben Rot, Grün oder Gelb. Gleichzeitig werden Tipps gegeben und – sofern ein Mangel besteht – konkrete Handlungsempfehlungen genannt. Der Nutzer erhält somit eine Liste aller einzelnen Risiken mit einer persönlichen Wertung sowie einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Situation und zusätzliche hilfreiche Hinweise.

Das Ergebnis der Auswertung kann als PDF-Dokument abgespeichert werden. Es wird empfohlen, die Abfrage in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Aus Sicherheitsgründen werden keine nutzerspezifischen Daten gespeichert, ein Zugriff Dritter auf sensible interne Informationen ist daher nicht möglich.

Alle Themen sind so aufbereitet, dass sie ohne Vorwissen verständlich werden. Der Nutzer kann sich mit Hilfe des Einleitungstextes einen inhaltlichen Überblick über das jeweilige Themengebiet verschaffen. Zu den einzelnen Fragen des Fragebogens können außerdem Erläuterungen zugeschaltet werden, die beispielsweise Fachbegriffe erklären oder nützliches Hintergrundwissen vermitteln. Schließlich erhält man zusätzliche Tipps und weiterführende Links zu Dokumenten und Informationen. Dieser ständig wachsende „Wissenspool“ dient als umfassendes Nachschlagewerk und Informationsquelle.

SiLK hat sich inzwischen zum Forum für Fragen des Kulturgutschutzes und der Sicherheit für Museen, Archive und Bibliotheken entwickelt. Dem Projekt kommt eine wichtige Koordinationsrolle zu, weil es das vorhandene Know-how bündelt und zusammenführt. Ziel ist es außerdem, den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Spezialisten und Anwendern zu fördern.

Technische Umsetzung

SiLK benutzt keine Wiki-Software, es beruht auf einem freien deutschsprachigen Content-Management-System namens webEdition (= Open Source CMS), programmiert von der Berliner Firma SkyGate internetworking. webEdition ist ein datei- und zugleich datenbankbasiertes System, geschrieben in der Skriptsprache PHP. Es ist modular aufgebaut und kann dadurch anforderungsspezifisch im Funktionsumfang erweitert werden. webEdition wird auf einem Webserver betrieben und von einem Webbrowser aus gesteuert. Hierfür ist außer einem kompatiblen Webbrowser keine weitere Software beim Redakteur erforderlich.

Bei SiLK verbirgt sich das Wissen an drei Stellen: in den Einführungstexten, mit internen und externen Links, in den Erläuterungen und Tipps der Fragebögen (auch Links und Literaturhinweise) und geballt vor allem im Wissenspool.

Für die Einführungstexte werden Word-Dokumente kopiert und über die Zwischenstation des Editors in webEdition direkt eingefügt. Für die Fragebögen wurde von SkyGate eine Datenbank programmiert. Es gibt eine einfache Eingabemaske. Für jede Frage und mögliche Antworten legt der Nutzer eine neue Seite an. Ursprünglich war beabsichtigt, dass die Fachautoren selbst ihre Fragen, Antworten und Hinweise in das Formular eingeben. Jeder bekam seine eigenen Zugangsdaten und der Administrator hätte gesehen, wer was wann eingegeben hat und hätte dies dann nach Überprüfung freischalten können. Dies erwies sich jedoch schwieriger als gedacht. Die Hemmschwelle war so hoch, dass das SiLK-Team die Aufgabe selbst übernahm.

Der Wissenspool stellt eine praktische Material- und Informationssammlung dar, eine Art Nachschlagewerk, das kontinuierlich erweitert und bearbeitet wird. Er ist untergegliedert in fünf verschiedene Arten von Quellen: Fachliteratur, Definitionen, Anschauungsmaterial (z. B. Formulare zum Downloaden), Normen/Gesetze/Vorschriften und Links.

Die Inhalte des Wissenspools werden in einer Excel-Liste gesammelt, Neuerscheinungen werden dort ergänzt. Soll der Wissenspool mit neuen Ergänzungen online gestellt werden, wird die Excel-Datei zunächst in eine CSV-Datei umgewandelt, diese wird anschließend mit Hilfe eines speziellen Tools so präpariert, dass sie in webEdition eingefügt werden kann. Der Administrator/Redakteur kann in der Vorschaufunktion sehen, was er eingestellt hat bzw. was der Nutzer sieht.

Die Struktur des Wissenspools sollte nutzerfreundlich sein, sodass man das Gesuchte schnell findet. Zu den ursprünglichen Zielen gehörten die Einrichtung einer Suchfunktion mit Stichworten, das ständige Einfügen von Neuerscheinungen sowie eine kurze Vorstellung und Bewertung der Fachliteratur. Es stellte sich jedoch heraus, dass viele ambitionierte Ideen wesentlich mehr Zeit beanspruchen als gedacht. Es ist geplant, den Wissenspool im Jahr 2016 weiter zu optimieren.

Auf der SiLK-Startseite steht ein Feedback-Formular online zur Verfügung, das allerdings nur begrenzt angenommen wird. Wir freuen uns über Rückmeldungen und Hinweise jeder Art, da dies die Weiterentwicklung des Projektes maßgeblich unterstützt. Viermal jährlich erscheint außerdem der SiLK-Newsletter, der abonniert oder auf der Website heruntergeladen werden kann.

Link zum Newsletter-Archiv: http://www.konferenz-kultur.de/SLF/newsletter/Newsletter-Archiv.php

Wir danken für Ihr Interesse und laden Sie ein, SiLK näher kennenzulernen: Link zu SiLK: http://www.konferenz-kultur.de/SLF/index1.php

Referentinnen: Dipl.-Ing. Almut Siegel, Dr. Katrin Schöne

Kontakt: silk@konferenz-kultur.de


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